Tribute to Egon Schiele

11. Juni - 13. August 2022

1968 in Ried im Innkreis geboren, entschloss sich Joachim Haslinger nach dem Besuch mehrerer „kunstaffiner“ Schulen bereits mit siebzehn Jahren, seiner Passion, der Fotografie, zu folgen. Eine Leidenschaft, die ihn bis heute nicht mehr verließ und antreibt. Spricht und arbeitet man mit Haslinger, merkt man rasch, wie sehr ihn eine tiefe Liebe zu Kunst und Handwerk seines Metiers beseelt.

Mit dem Projekt Tribute to Egon Schiele startete Haslinger bereits vor zehn Jahren. Schieles Arbeiten faszinierten ihn schon als Kunststudent, die „Intensität des Ausdrucks“ fesselte den jungen Fotografen auf mehreren Ebenen. Auf riesigen Leinwänden begann sich Haslinger dem Thema Schiele zu nähern, immer in der Absicht einer Hommage, niemals mit der Intention, zu kopieren.

Sukzessive lud Haslinger sorgfältig ausgewählte Freunde, Bekannte und Modelle in sein Studio und fotografierte sie in teils zeitgenössischer Kleidung, mitunter in Vintage-Stücken, aber auch in genuiner Kleidung der Jahrhundertwende. Unzählige Tage verbrachte er mit der Recherche nach passenden Stücken in Theatern, Kostümverleihfirmen und Filmausstattungshäusern. Die Bandbreite an Kleidungsstilen und Accessoires in seinen Bildern ist stets beabsichtigt, auch Tattoos sollten sichtbar bleiben.

In Schieles Arbeiten spielt herkömmlicher Raum keine Rolle. Er reduzierte seine Modelle zumeist auf ein abstraktes Umfeld, um sich auf deren emotionalen Ausdruck zu konzentrieren. Haslinger erkannte in dieser „Raumlosigkeit“ von Schieles Arbeiten eine Einladung, diese Räume in sich selbst zu suchen, mit „Verstand, Herz, Seele, Bauch und Lenden“. Tribute to Egon Schiele kann man sich somit als eine Reise in die Innenräume des Menschlichen und Menschseins vorstellen. Räume, die dicht gefüllt sind mit einer Palette an Gefühlszuständen und Wahrnehmungen, denen es für Haslinger fotografisch nachzuspüren und sie zum Ausdruck zu bringen gilt. Intro- und Extrovertiertheit, Zwänge und Ängste, Depression und Leere, Entrückt- und Ausgesetztheit interferieren mit Allüren und Extravaganzen, mit Erotik und Provokation, in einem künstlerischen Universum, das bis heute fasziniert und sich noch immer auszudehnen scheint.

Die Freude des Fotografen am Ausdruck dieser Emotionen und an der dichten und intensiven Arbeit mit seinen Modellen spricht aus jedem einzelnen Bild der Serie. Daneben macht die immense handwerkliche und künstlerische Qualität staunen. Die großteils äußerst aufwändigen Fotos erscheinen auf den ersten Blick nicht selten wie Gemälde oder Zeichnungen, um erst danach ihren fotografischen Ursprung preiszugeben. Es ist, als erschlösse erst Haslingers Hommage vollständig die (foto-)realistische Ebene Schieles – und umgekehrt erst dessen Expressivität jene von Haslingers Arbeiten. Es ist, als hätten sie aufeinander gewartet.
Wolfgang Kindermann

Weitere Infos unter: www.joachimhaslinger.com

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