Giorgia Fiorio
Giorgia Fiorio wurde 1967 in Turin geboren, begann als Sängerin und nahm in den 1980ern unter anderem mehrmals am weltbekannten Festival Sanremo teil. Dann war die Schauspielerei an der Reihe, ehe sie ihrer dritten und wohl wichtigsten Leidenschaft folgte: der Fotografie.

Ab 1990 widmet sie sich dem Mann. Die Serie „Uomini“ zeigt Boxer in den USA, Minenarbeiter in der Ukraine, Mitglieder der Französischen Fremdenlegion, Stierkämpfer in Spanien, Feuerwehrmänner und Hochseefischer. Über ihre Motivation, sich als junge Frau diesem Thema zu nähern, sagt sie: „New York 1990, ich bin dabei, mein Studium der Photographie abzuschließen. Ich bin  einundzwanzig Jahre alt und die Welt steht unmittelbar und unerreichbar vor mir. Zu der Zeit glaube ich, die Photographie der Wirklichkeit sei das richtige Sprachmittel, um das unwegsame, raue Universum dieser Männer zu ergründen, die für die kollektive Vorstellung als ideales Urbild abendländischer Männlichkeit gelten.“ Diese Serie wird im Atelier Jungwirth hierzulande erstmals umfangreich zu sehen sein.

Im Jahr 2000 beginnt Giorgia Fiorio die nächste eindrucksvolle Werkserie „Il dono“ („Die Gabe“). Es geht dabei um eine Annäherung an religiöse Rituale, insbesondere die Pilgerreise. Fiorio selbst beschreibt ihre Arbeit so: „Neun Jahre lang hat mich die Suche nach der ‚Gabe’ durch achtunddreißig Länder geführt. Aus den fernsten Quellen des Glaubens, von der ursprünglichen, mündlichen Überlieferung der Heiden bis zu den ältesten Heiligen Schriften entfaltet sich ein Gewebe von Gebärden und Handlungen, von dem der Umfang der ritualisierten RaumZeit bestimmt wird.“ Das Licht spielt schon bei der Darstellung der männlichen Körper eine große Rolle, erst recht aber hier, wo es um den Kontakt des Menschen mit dem Göttlichen geht. Fiorio ist eine Meisterin der Lichtstimmungen und Schattierungen, wie jede ihrer Fotografien beweist.

Mit ihren einzigartigen Arbeiten nimmt Fiorio an diversen internationalen Ausstellungen teil – so etwa bei der 54. Biennale von Venedig, ihre Werke werden unter anderem in Rom, Berlin, Paris und Tokio bei Solo-Ausstellungen bewundert. Zudem publiziert sie mehrere sehr erfolgreiche Bücher und bekommt bedeutsame Auszeichnungen, wie etwa von der UNESCO. 1997 wird sie von American Photography zum “Photographer of the year” erklärt. Auch interessanter ist ihre Lehrtätigkeit, die sie in den vergangenen Jahren in Kontakt mit vielen jungen KünstlerInnen brachte. Fiorio ist Lektorin an der Scuola Superiore Universitaria Sant’Anna, Pisa und der Ca’ Foscari Universität in Venedig, gründete die Reflection Masterclass, die sie von 2002 bis 2013 leitete und lehrte bis 2014 am International Centre of Photography ICP in New York.

Alle im Atelier Jungwirth gezeigten Arbeiten sind erwerbbar.

Links zu Leben und Werk:
https://it.wikipedia.org/wiki/Giorgia_Fiorio
https://www.worldpressphoto.org/people/giorgia-fiorio
http://photography-now.com/artist/giorgia-fiorio
http://fokussiert.com/2010/04/18/giorgia-fiorio-die-kraft-des-glaubens/


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